Freitag, 16. März 2012

Der Film

Anfang 2011 hatte Volker Kufahl, der Leiter des Braunschweiger Filmfestes, die Professorin für Filmwissenschaft an der HBK Braunschweig, Dr. Heike Klippel, gebeten, sich die Filmsammlung genauer anzusehen. Zusammen mit ihr und dem Leiter der Brüsseler Cinemathek Nicola Mazzanti, einem Spezialisten für Filmrestaurierung, haben wir uns im März 2011 das Haus und die Sammlung angesehen. Dabei hatte mich nicht nur diese unglaubliche Filmsammlung, die sich über mehr als sieben Räume verteilte, beeindruckt, sondern auch die Gestaltung und die Einrichtung des Hauses, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeräumt war. Wolfgang Schneider war bereits im Pflegeheim, sein Gesundheitszustand sehr schlecht. Das Haus war verkauft und musste ausgeräumt, ein Abnehmer für die Filmsammlung gefunden werden. Mich interessierte dieser spezielle Aspekt des Sammelns, der sich überall im Haus und im Garten zeigte. Man merkte dem Haus und den verschiedenen Sammlungen das Interesse für Ästhetik an. Ich beschloss, einen Film über die Sammlung und das Haus zu drehen und kam fortan regelmäßig dorthin, um die verschiedenen Stadien des Ausräumens, Aufgebens und des Abbruchs zu dokumentieren. Im Vordergrund steht dabei nicht allein die Problematik einer Filmsammlung, die wohl niemand mehr haben möchte, sondern vielmehr generelle Fragen des Sammelns. Lässt sich das Ergebnis als eine Summe des Lebens auffassen? Eine Summe, die nun, da derjenige, der sie zusammen hielt, nicht mehr da ist, zu einem spürbaren Ballast wird.

Im Sommer bewilligte die nordmedia unter Beteiligung des NDR einen Förderantrag. Der Film wird im Sommer 2012 fertiggestellt.

Kameramann Carol Burandt von Kameke in einem der Filmlager

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